Tenne (Kamatha)
Ein Kamatha ist in Sri Lanka ein Bereich auf dem Boden, in dem Bauern ihren geernteten Reis vorübergehend lagern. Es gibt verschiedene Arten von Kamatha, wie z. B. „Gal Kamatha“, „Bim Kamatha“ und „Vel Kamatha“, wobei Bim Kamatha die am weitesten verbreitete Art ist. Bim Kamatha wird auf einem Stück Land in unmittelbarer Nähe des Reisfeldes errichtet.
Kamatha ist ein hochgeschätztes Gebiet und mit vielen Traditionen verbunden. Zur Kommunikation wird auf Kamatha eine eigene Subsprache verwendet: „Kamatha Basa“. Die Bauern halten sich strikt an die vielen Regeln und Vorschriften des Kamatha.
Die Kamatha oder die Dreschfläche wird vor der Lagerung des Reises gereinigt und vorbereitet. Pflanzen und Unkraut auf der ausgewählten Fläche werden zunächst mit einer Mammoty (Gartenhacke) entfernt. Die Bauern achten darauf, dass die Erde der Kamatha beim Roden nicht beschädigt wird. Ein Besen namens „Bolaththa“ wird zum Entfernen des Unkrauts verwendet.
Eine Mischung aus Lehm, der aus Ameisenhaufen gewonnen wird, und Kuhdung wird dicht auf den Boden des Kamatha aufgetragen, um ihn zu ebnen. Die getrocknete Mischung sorgt dafür, dass der Kamatha frei von Staub und Verunreinigungen ist, indem sie die Reisernte von der darunter liegenden Erde trennt.
Kola Madeema ist der Prozess, bei dem Reissamen von den Reishülsen getrennt werden. Dazu befestigen die Bauern zunächst den Stamm eines starken Baumes wie Mahua (Mee) oder Arjun (Kumbuk) in der Mitte des Kamatha. Dieser wird „Vee Gaha“ genannt und fünf oder sechs Ochsen werden während des Dreschens darum herumgeführt. Die getrimmten Reishülsen werden um das Vee Gaha herum platziert und die Ochsen laufen grob darauf herum, wodurch sie den Reis und die Samen von den Hülsen trennen. Der abgetrennte Reis wird auf einer großen Matte namens „Magala“ gesammelt, die auf dem Kamatha ausgebreitet wird.
Bauern verwenden einfache Werkzeuge wie die „Ukunu Detta“ (Heugabel), um die Reisstängel zu entfernen, und die „Katumana Atta“, um die Reiskörner an den Seiten des Kamatha aufzuhäufen. Schalen und Abfälle werden von den Reiskörnern entfernt; gereinigte Samen werden in Kamath Basa als „Betha“ bezeichnet. Messinstrumente wie „Karthuwa“, „Laha“ und „Kuruniya“ wurden in der Vergangenheit zum Abmessen des Betha verwendet. Nach dem Abmessen werden gleiche Anteile an diejenigen verteilt, die am Produktionsprozess beteiligt waren. Der erste Reisanteil eines Bauern wurde stets dem Buddha dargebracht. Der Rest wird in Portionen aufgeteilt, eine zum Verzehr und eine zum Aussäen.